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Josef Schuster
Ausbildung und Beruf
Josef Fritz Schuster wurde 1954 in der israelischen Hafenstadt Haifa geboren. Sein Vater, der ursprünglich aus Bad Brückenau stammende Kaufmann David Schuster, war 1938 nach 15-monatiger Haft in den Konzentrationslagern Dachau und Buchenwald nach Palästina geflohen, wo er seine spätere Ehefrau, die aus Oberschlesien stammende Anita Grünpeter, kennenlernte. Zwei Jahre nach seiner Geburt kehrte die Familie aus dem Exil nach Unterfranken zurück, wo sein Vater von 1958 bis 1996 als Vorsitzender wesentlich zur Konsolidierung und zum systematischen Ausbau der wiedergegründeten Israelitischen Kultusgemeinde in Würzburg beitrug.

Nach dem Abitur 1973 am Röntgen-Gymnasium Würzburg studierte er von 1973 bis 1979 Medizin an der Universität Würzburg und promovierte daselbst 1980. Im gleichen Jahr begann er am Würzburger Juliusspital seine Facharztausbildung für Innere Medizin, die er im Oktober 1986 beendete. Von November 1986 bis Dezember 1987 war er Assistent in einer internistischen Praxis in Würzburg, die er 1988 übernahm.

Die Israelitische Gemeinde in Würzburg
Von 1975 bis 1984 gehörte er dem Vorstand des Bundesverbandes Jüdischer Jugend an. 1997 wurde er stellvertretender Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Würzburg und 1998 in Nachfolge des nach Krefeld umgezogenen Eldad Horwitz zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seinem Vorsitz begann in Fortführung des Werks seines Vaters im Jahr 2001 der Bau des neuen jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums „Shalom Europa“, das im Jahr 2006 eingeweiht wurde.

1998 wurde Schuster Vizepräsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Ein Jahr später, im November 1999, wurde er zudem in das Präsidium des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt und bekleidet seither das Amt des Jugenddezernenten. Nach dem Tod von Simon Snopkowski folgte 2002 seine Wahl zum Präsidenten des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. In diesem Amt wurde er im Mai 2009 bestätigt. Er trug nachhaltig zum erfolgreichen Abschluss zweiter Staatsverträge mit dem Freistaat Bayern in den Jahren 1997 und 2008 bei, die die finanzielle Absicherung der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern sicherstellen.

2010 wurde er zum Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt und am am 30. November 2014 in Nachfolge von Dieter Graumann zum Präsidenten.

Er ist Mitglied der Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung sowie Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer.

Ehrungen
2006: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
„für seinen engagierten Beitrag zum fruchtbaren Dialog der Religionen und der Förderung des jüdischen Lebens in Bayern“
2008: Verfassungsmedaille in Silber des Bayerischen Landtags

Schriften
Zur Sterblichkeit jüdischer und nichtjüdischer Säuglinge. – Würzburg, Univ., Med. Fak., Diss., 1980

Weiterführende Literatur und Quellen
Auskunft der Israelitischen Gemeinde in Würzburg
Würzburger Diözesangeschichtsblätter, 66 (2004)
Dr. med. Josef Schuster
Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Würzburg

Verdienstorden: 29. Juli 2010
Matrikel-Nr.:
Vorgeschlagen durch:

* 20. März 1954 in Haifa

Vater: David Schuster (1910–1999)
Mutter: Anita Schuster, geb. Grünpeter (1914–1992)
Kinder: Aron, Ruth

GND: 132170698